Mannesmann-Urteil: Ablasshandel für ein Trinkgeld

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Die Einstellung dieses Prozesses ist ekelerregend und beweist einmal mehr: Die Kleinen hängt man, die Grossen lässt man laufen.

Josef Ackermann, Deutsche-Bank-Chef Hauptangeklagter im Mannesman-Prozess bleibt gegen ein Trinkgeld von 3.5 Millionen €uro straffrei, der Prozess wird eingestellt.

3.5 Millionen €uro ein Trinkgeld?

Im Prozess befragt nach seinen persönlichen Daten machte der Unternehmensführer, der das ihm anvertraute Aktionärsvermögen zur Gewährung millionenschwerer Prämiengeschenken benutzte, präzise Angaben zu seinen Einkommensverhältnissen. Danach verdient der Topmanager bei der Deutschen Bank 11,9 Millionen Euro jährlich. Einschliesslich weiterer Bezüge aus Aufsichtsratsmandaten komme er auf eine Summe von 15 bis 20 Millionen Euro.

Nun rechne man, ausgehend von einem Einkommen von 18 Millionen €uro: Ackermanns Steuern verschlingen – wenn es für den Staat gut geht – vielleicht 5 Millionen €uro. Für einen üppigen standesgemässen Lebensaufwand braucht der gute Mann vielleicht 3 Millionen €uro im Jahr. Bleiben verfügbares Mittel von 10 Millionen €uro jedes Jahr! Da sind doch 3.5 Millionen €uro wirklich bloss ein Trinkgeld.

Hätte Ackermann ein Einkommen von nur 50’000 €uro im Jahr, würden ihm verfügbare Mittel von vielleicht 5’000 €uros im Jahr bleiben, d. h. er müsste gerade mal eine Strafe von 1’750 €uro bezahlen. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich mit einem übrigbleibenden Freigeld von 6.5 Millionen wohl einiges mehr anstellen lässt als mit 3’250 €uro!

Ein Trinkgeld für den Freikauf von Schuld und Strafe! Widerlich!

Tages-Anzeiger Online v. 29.11.2006 „Mannesmann-Prozess eingestellt“

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