Eine utopische Strategie zur Überwindung der Islamistischen Ideologie

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EINLEITUNG

 

Die nachstehenden Ausführungen beruhen auf Thesen und Hypothesen und gehen von Annahmen aus, dass es sich bei den Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in Nord- und Zentralafrika nicht (bloss) um regionale Befriedungen und Bereinigungen von Krisensituation und Konflikten zwischen diesen mit Auswirkungen auf die westliche Welt geht.

Die strategischen Ausführungen sind utopisch, die Begriffsdefinitionen, die Analyse der Ursachen und Gründe der heutigen Situation sind realistisch.

Utopisch sind die strategischen Darlegungen, weil in diesen Auseinandersetzungen andere Kräfte eine massgebliche Rolle spielen, nämlich die militärisch-industriellen Komplexe der grossen Industrienationen, USA, Russland, Deutschland, Frankreich, China und die mit diesen Ländern verbundenen politischen und wirtschaftlichen Interessen. Kriege sind immer Vorwand um partikuläre militärisch-industrielle Komplexe zu erhalten, zu alimentieren und entsprechende wirtschaftliche Vormachtstellungen anzustreben. Der gesellschaftliche Ausgleich bleibt immer auf der Strecke; das ist die Erkenntnis über die Entwicklung der patriarchalen menschlichen Geschichte. Und diese Entwicklung lässt keine ausgleichende Befriedung, sondern allenfalls gewaltsame taktische und partikuläre Machtlösungen zu. Aber vielleicht können diese Ausführungen dennoch mithelfen, punktuell Ansätze zur Bewältigung der Herausforderungen vor der wir stehen, zu bilden.

Tatsächlich befinden wir uns in einer entscheidenden ideologischen Auseinandersetzung zwischen schlecht definierten, umstrittenen, westlichen Wertansprüchen und dem (politischen) Islam, als einer über rund 1’400 Jahre ausgebauten und kodifizierten Ideologie.

Da es sich bei diesen Ausführungen nicht um einen wissenschaftlichen Artikel handelt, habe ich auf Quellenangaben verzichtet. Bei entsprechendem Interesse stehe ich für Quellenhinweise gerne zur Verfügung.

 

 

  1. BEGRIFFSDEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN


Das westliche Wertsystem

Das westliche Wertsystem basiert einerseits auf den griechisch-römischen Philosophien vorchristlicher Zeit und anderseits auf der sich in Europa nach Christus ausbreitenden jüdisch-christlichen Tradition. Die entscheidende Prägung jedoch hat das westliche Wertsystem durch die Aufklärung und die Überwindung des Absolutismus im 18. Jahrhundert, sowie durch die Folgen des ersten und zweiten Weltkriegs gefunden, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 durch die Vereinten Nationen gipfelte.

Zwei sich bekämpfende Haupttendenzen unterscheiden das westliche Wertsystem: die kapitalistisch-marktwirtschaftliche Richtung, die den freien Markt als Hauptregulator der Gesellschaft sieht und die sozialistisch-demokratische Richtung, die die Regulierung der Gesellschaft durch die plebiszitären Macht des Volkes anstrebt. Letztere hat in utopistischer Form zur heute weitgehend überwundenen kommunistischen Ideologie geführt.

Islam

Der Islam ist die zweitgrösste Religion der Welt. Sie ist im frühen 7. Jahrhundert durch Mohammed, als „unfehlbarem“ Propheten und Gottgesandten begründet worden. Der Islam ist monotheistisch und stützt seine Lehre auf (den ursprünglich jüdischen Abraham) Ibrahim als Stammvater der Hanife, der „Gemeinschaft Abrahams“.


Koran und Hadithe

Die theoretischen Grundlagen des Islams bilden „wörtliche Offenbarungen Gottes“ die von Mohammed rezitiert und zwischen 630 und 660 im Koran niedergelegt worden sind. Koranzitate sind ausschliesslich in arabischer Sprache gültig, jegliche Übersetzung wird als unverbindliche Interpretation betrachtet. Der Koran ist für den Islam nicht bloss Grundlage des religiösen, sondern auch des gesellschaftlichen, politischen, und militärischen Handelns islamischer Gemeinschaften.

Sekundär kommen den Hadithe, den Überlieferungen der Aussprüche und Handlungen Mohammeds grosse Bedeutung zu, da die Handlungsweise (Sunna) des Propheten normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen (Rechts-)Lehre (Fiqh) darstellt.


Scharia

Aus dem Koran abgeleitet ist die Scharia als „göttliche“ Rechtsgrundlage islamischer Gemeinschaften. Die Scharia unterscheidet Gebiete muslimischer Herrschaft als Dar al-Islam (Haus des Friedens) und Gebiete nichtmuslimischer Herrschaft Dar al-Harb (Haus des Krieges)s. Nach traditioneller islamischer Auffassung kann es keinen Frieden (Salam) mit der Dar al-Harb geben, sondern nur zeitlich begrenzten Waffenstillstand (Hudna). Kriege gegen die Dar al-Harb werden traditionell als Dschihad bezeichnet.


Dschihad

Der Dschihad ist ein wichtiges Glaubensprinzip des Islam. Er bedeutet die universelle Verbreitung des Islams mit friedlichen, bzw. bei Rückweisung, mit gewaltsamen Mitteln, mithin die Unterwerfung (Islam) des Dar al-Harb. Als Grundgebote des islamischen Glaubens ist er eine allen Muslimen auferlegte zwingende Pflicht.

 

Sunna und Schiia

Es gibt im Islam, neben einer grossen Zahl wenig bedeutender Gruppen, zwei grosse (sich bekämpfende) Glaubensrichtungen und religiös-politische Strömungen, das Sunnitentum als Mehrheitsislam (85%) und das Schiitentum als Minderheitsislam (ca. 15%). Beide zerfallen wiederum in mehrere Untergruppen. Sowohl Sunniten als auch Schiiten und alle weiteren islamischen Gruppierungen von Bedeutung betrachten die Scharia übereinstimmend, abschliessend, uneingeschränkt und zwingend als einzige mögliche Grundlage staatlicher Verfassungen und Grundgesetze im Dar-al-Islam.

 

Islamismus

Mit Islamismus bezeichnen wir hier jene islamischen Staaten, Organisationen und politisch-ideologischen Bewegungen, die aktiv auf friedlichem oder gewaltsamem Weg die Implementierung der Scharia anstelle der Rechtsgrundlage der Allgemeinen Menschenrechte 1948, bzw. die Anpassung derselben an die Scharia als Verfassungsgrundlage anstreben. „Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nur einen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.“ Recep Erdogan, türkischer Ministerpräsident, 2008

Salafismus und Wahhabiya

Salafismus ist die konservative Ausrichtung innerhalb des sunnitischen Islams, der sich an der ursprüngliche Auslegung des Korans durch die Vorfahren, den ersten drei Generationen von Muslimen, orientiert. Im engeren Sinne gehört auch die Wahhabiya als puristisch-traditionalistische Ausrichtung zum Salafismus. Die Wahhabiten lehnen alle Formen des schiitischen Islams ab und wenden sich auch gegen Heiligenverehrung, Wallfahrten zu Gräbern und die Feier des Prophetengeburtstags. Die meisten Wahhabiten leben heute in Saudi-Arabien, wo ihre Lehre staatliche Förderung genießt. Daneben dominieren Anhänger der wahhabitischen Lehre auch in den Katar.

Salafismus und Wahhabiya sind die eigentlichen, machtvollsten und kompromisslosen Vertreter des sunnitischen Islamismus.

Die Muslime

Muslime werden die 1.6 Milliarden Anhängern des Islams und seiner zahlreichen Untergruppen genannt. Wie in jeder anderer Religion sind 90% von ihnen mehr oder weniger fromme, anständige friedliebende Menschen, die ihrem Tagesgeschäft nachgehen und dabei in Ruhe gelassen werden wollen. Sie sind ganz einfach in einer vom Islam geprägten Kultur aufgewachsen sind und haben sich dessen Wertsystem durch Erziehung und Bildung verinnerlicht. Diese Menschen verhalten sich dem Islam gegenüber zwar zustimmend, jedoch ohne dass sie sich für diesen, im Sinne des Dschihads einsetzen würden. Sie sind bestenfalls Mitläufer, ähnlich wohl der Grosszahl der Deutschen während der Herrschaft des Nationalsozialismus.

Etwa 10% der Muslime befürworten und treten aktiv für den Dschihad ein, das sind allerdings 160’000’000 (160 Millionen!) Menschen. Sie streben die Unterwerfung der gesamten Welt unter den Islam an.

 

Islamische Staaten (Islamische Welt)

Als islamische Staaten werden jene Nationen bezeichnet, in denen der Islam Mehrheitsreligion ist; in der islamischen Rechtstradition Dar al-Islam genannt. Sie bilden die Islamische Welt. Zur islamischen Welt gehören ganz Nordafrika bis Zentralafrika, Vorderasien, Zentralasien, Indonesien und Teile des südpazifischen Archipels.

Im engeren Sinne werden dazu die 57 Staaten der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC, OCI) gerechnet. Diese 57 Staaten lehnen die Universalität der Allgemeinen Menschenrechte von 1948 ab und fordern eine Anpassung der Menschenrechte an die Scharia.

 

 

2. WICHTIGE URSACHEN UND GRÜNDE DES KONFLIKTS ZWISCHEN DER ISLAMISCHEN WELT UND DEM WESTEN

 

Abraham/Ibrahim und Jerusalem. Der Kampf um die Hegemonie des Glaubens

Das konfliktreiche Verhältnis vom Islam zum Judentum erklärt sich ursprünglich aus der mythischen Abkunft der Juden und der Araber von Abraham/Imbrahim. Während Im Judentum Abraham und dessen Söhne Jakob und Isaak von Sara als Erzväter Israels gelten, wird im Islam der von Abraham mit seiner Mutter Hagar (der Dienerin Saras) verlassene erstgeborene Sohn Ismael als Stammvater der Araber betrachtet, von dem auch Mohammed abstammt. Die Nachkommenschaft ist widersprüchlich und unklar und Streitpunkt bleibt, ob Isaak und Ismael als identisch zu betrachten sind. Die islamische Ablehnung des Judentums ist aus diesen Widerspruch erklärbar und im Islam immanent eingeschlossen.

Nach der älteren jüdischen Tradition ist in Jerusalems auf dem Felsen Even ha-Shetiyya, dem „Gründungsfelsen“, die Welt gegründet worden. Der Felsen bildete den Mittelpunkt und das Allerheiligste des jüdischen Tempels. An dieser Stelle habe sich die Bundeslade befunden, und hier habe Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollen.

Nach der jüngeren, jedoch uneindeutigen islamischen Tradition und Koranexegese soll Mohammed von diesem Felsen aus die Himmelfahrt angetreten haben, jedoch bringt die islamische Tradition den Felsen nicht mit Abrahams Opferung von Isaak, bzw. Ismael in Zusammenhang.

Zwischen 687 und 691 ist hier der Felsendom als ältester monumentaler Sakralbau des Islams und eines der islamischen Hauptheiligtümer und später die al-Aqsa-Moschee errichtet worden. Zweifellos auch um den religiösen Hegemonie-Anspruch auf die „heilige“ Stelle gegenüber dem Judentum zu verankern.

Dieser unlösbare Konflikt um den richtigen Glauben und den im Islam uneingeschränkt hochgehaltenen Hegemonie-Anspruch auf Jerusalem haben zum Hass der islamischen Welt auf das Judentum und Israel geführt und sind die Ursache des arabischen Antisemitismus.

 

Imperialismus, Kolonialismus und andauernder Ausbeutung

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert stellte sich in der islamischen Welt das Problem der Dominanz des westlichen Imperialismus. Das osmanische Reich als muslimisches Kalifat war während Jahrhunderten die entscheidende Macht in Kleinasien, im Nahen Osten, auf dem Balkan, der Krim und in Nordafrika. Nachdem es im Laufe des 18. und 19. Jahrhundert von den europäischen Mächten zurückgedrängt worden war, etablierten sich in Nordafrika vor allem Frankreich und Italien als Kolonialmächte. Der arabische Raum war politisch und militärisch von Grossbritannien umkämpft, das regionale, nationale, arabische und jüdische Interessen gegeneinander ausspielte. Aus diesen Auseinandersetzungen sind schliesslich Israel und die heutigen arabischen Staaten Irak, Syrien, Saudiarabien, Jordanien, Türkei und der Iran zum Teil als Königreiche, zum Teil durch Umstürze als Diktaturen hervorgegangen.

1979 konnte sich in Persien die Islamische Republik Iran etablieren. Seit den 80er Jahren haben zahlreiche geheimdienstliche und militärische Interventionen der USA und Ihrer Alliierten die Situation im Nahen Osten vollkommen destabilisiert und gewaltigen Hass gegenüber dem Westen in der muslimischen Welt erzeugt, zur Abgrenzung zum Westen, zu Neid, Minderwertigkeitsgefühlen und flächendeckender Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen und religiösen Werte ausgelöst.

Al-Qaida, der sogenannte Islamische Staat (IS) und die Ausrufung eines Kalifats sind die direkten Folgen der westlichen Interventionen seit Beginn des letzten Jahrhunderts. Es ist ein Aufstand der muslimischen Welt gegen die westlichen Demütigungen der letzten hundert Jahre.

 

Identitätsstiftender Ersatz für die sozialistische und kommunistische Ideen im Kampf um „soziale Gerechtigkeit“

Der Zusammenbruch des Kommunismus seit den 80er Jahren hat bei den säkularen politischen Kräften der Ländern der islamischen Welt ein ideologisches Vakuum hinterlassen. Der sich bereits in den 30er Jahren organisierende politische Islam und Islamismus (z.B. die Muslimbruderschaft) haben einen fruchtbaren identitätsstiftenden Nährboden im vermeintlichen Kampf um „soziale Gerechtigkeit“ gefunden. Das geht einher mit einer vehementen Ablehnung westlicher Werte, umso mehr, als diese vom Westen selbst, bloss pragmatisch und zu eigenem Nutzen angewendet werden.

 

Die Fortführung und Erfüllung des Dschihads

Die Verpflichtung zum Dshihad als Mittel zur Unterwerfung und Durchsetzung des Islam mit friedlichen oder militärischen Mitteln besteht so lange bis seine universelle Vorherrschaft gesichert ist. Friede mit Nicht-Muslimen können demnach lediglich provisorischen Charakter haben. Vorübergehende Waffenstillstände sind erlaubt, ein eigentlicher Friedensvertrag ist vollständig ausgeschlossen.

Was der Islamische Staat (IS) explizit ausführt, was andere islamische Staaten androhen (z.B. Iran bezüglich Israel), ist bei „friedlichen“ islamischen Staaten (z.B. Saudiarabien) implizit und wird von diesen vorzugsweise über das Mittel der Finanzierung muslimischer Glaubensaktivitäten in nicht-muslimischen Ländern betrieben (Moscheen-Bau, propagandistische Unterstützung, usw.).

 

Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit junger Migranten. Reaktion auf rassistische und soziale Ungleichheiten im Westen

Die Hinwendung perspektivloser, ausgegrenzter jugendlicher Migranten und Secondos aus ghettoartigen Parallelkulturen zu Islam und Islamismus ist durchaus als verständliche Reaktion auf rassische und soziale Ungleichheit im Westen zu verstehen.

Die Unterwerfung unter den Islam stellt für diese Jugendliche eine wirkungsvolle Solidarisierung mit den „Brüdern und Schwestern“ der grossen islamischen Welt, Anerkennung und Akzeptanz durch diese dar.

 

Gegenkultur als Generationenkonflikt im Westen

Islam und Islamismus sind im Westen, wie andere religiöse oder quasireligiöse Bewegungen (z. B. Freikirchen, Veganismus usw.) zu einer Subkultur innerhalb der Jugendkultur geworden. Das Phänomen erklärt sich aus der Freiheit der westlichen Kultur, die als Schrankenlosigkeit erlebt wird, dem Mangel an ideologischen Richtlinien und Werten und dem Bedürfnisse der Gruppenzugehörigkeit, Identifikation und Hingabe an eine Idee und eine strukturierte Gemeinschaft. Es hat aber auch den Charakter eines (pubertär bedingten) Aufstands gegen die Autorität bzw. Abgestumpftheit der Vätergeneration

Zwischen den Underdogs ohne jegliche gesellschaftliche Perspektive und den erwähnten subkulturellen Entwicklungen kann sich in naher Zukunft ein explosives Zusammengehen anbahnen, wie das in den 68er und den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts weltweit mit dramatischen Auswirkungen der Fall war.

 

 

 

3. STRATEGISCHE ANSÄTZE

 

Klare Definition der Einflusszonen und Grenzziehung
Islamische, bzw. nichtislamische, sowie westliche und andere Einflusszonen müssen aufgrund der mehrheitlichen kulturellen, religiösen (und politischen) Ausrichtung seiner Bewohner klar definiert und begrenzt werden.

Israel gehört klar und eindeutig zur westlichen Völkergemeinschaft und muss als einziger im westlichen Sinne demokratischer Staat dieser Region vorbehaltlos und umfassend in seinen Sicherungsbemühungen unterstützt werden. Das 1948 enstandene sogenannte „palästinensische Flüchtlings-Problem“, wird seit 68 Jahren bis heute von der islamischen Welt bewirtschaftet, statt gelöst. Es muss durch die angrenzenden arabischen Staaten gelöst werden. Eine Zweistaaten-Lösung ist unter ausreichender Berücksichtigung der israelischen Interessen denkbar.

 

Die Türkei anderseits gehört ebenso klar zur islamischen Welt. Die Türkei mit ihrer doppeldeutigen Politik unter eindeutiger islamistisch ausgerichteter Führung bildet strategisch das Einfallstor des Islamismus zu Europa. Die 8km breite Grenze zu Griechenland muss und kann kontrolliert werden. Und die NATO-Verträge mit der Türkei sollten aufgekündigt werden. Ein Beitritt der Türkei oder eines anderen eines islamischen Staates zur EU ist undenkbar und kontraproduktiv.

Jerusalem könnte allenfalls als Stadtstaat unter UNO-Aufsicht internationalisiert werden, unter Gleichbehandlung der drei abrahamitischen Religionen.

Ebenso gehört zur Bereinigung der Einflusszonen ein Interessensausgleich mit Russland. Russland ist ein genuin „westliches“ Land mit christlich-jüdischer Kultur, auch wenn die Menschenrechte zurzeit nicht umfänglich respektiert werden. Auch hier gilt es kulturelle Einflusszonen zu respektieren. Die Krim und die Ostukraine gehören zu Russlands Einflusssphäre, die lettischen Staaten zum westlichen Einflussgebiet. Die NATO sollte sich aus den Russland angrenzenden Staaten zurückziehen. Aber es ist klar, dass eine Entspannung mit Russland auf Kosten der geopolitischen Hegemonie-Ansprüche der USA geht.

Klare eindeutige Grenzziehungen sind zwingend und die Migration muss wieder in einen überschaubare und kontrollierbare Rahmen gezwungen werden. Tatsächlich war es in der ganzen Menschheitsgeschichte bis 1989 undenkbar, dass Grenzen nicht befestigt, überwacht und gegebenenfalls verteidigt würden. Russland gelingt es seine Grenzen zu schützen, ebenso wie den USA, den Golfstaaten und allen anderen Ländern der Welt

Genauso, wie sich der Westen aus den innerislamischen Konflikten heraushalten muss, sollte er das dadurch entstandene Flüchtlingsproblem in erster Linie durch innerislamische Kräfte lösen lassen, durch den Iran, die Türkei, Saudiarabien und die reichen Golfstaaten. Das ist nicht eine Frage des Könnens, sondern des Wollens.

 

Rückzug aller westlichen militärischen Kräfte aus nicht westlichen Einflusszonen

Die westlichen Nationen, Europa, Russland und die USA müssen ihre militärisches Engagements in der islamischen Welt umgehend vollständig beenden, sämtliche Truppen abziehen und jegliche Luftschläge oder Drohnenangriffe einstellen. Zwar wird das zunächst dem IS taktische Landgewinne bringen, aber die Staaten der muslimischen Welt müssen ihre Konflikte, insbesondere zwischen Sunniten und Schiiten mit eigenen Mitteln ausfechten. Jegliches Eingreifen westlicher Mächte erhöht die Wut auf den Westen und vor allem bringt es keine Lösungen dieser Konflikte. Auch ist es nicht zielführend die eine Diktatur durch eine andere ersetzen zu wollen.

Das entbindet den Westen nicht von der Unterstützung von Friedensbemühungen der beteiligten islamischen Staaten und grosszügige Wirtschafts- und Wiederaufbauhilfe für jene Länder dieser Regionen, die sich – aus eigenem Antrieb und eigener Kraft – für einen säkularen Weg entscheiden.

 

Westliches Embargo von Waffenverkäufen an die dritte Welt

Waffenlieferungen an Länder der Dritten Welt und an Länder der muslimischen Welt sind ausnahmslos einzustellen. Ohne Waffenhandel werden diese Auseinandersetzung auf der ganzen Welt ad infinitum weitergehen.

Ich weiss, das ist blauäugig, aber es ist den Versuch und die Anstrengung wert.

 

Ideologisierung und Kanonisierung der westlichen Werte, Implementierung in die Grundgesetze und in die Bildung

Wir müssen dem Islam das westliche Wertesystem entgegensetzen, wie es in den Allgemeinen Menschenrechten von 1948 niedergelegt ist. Dazu braucht es eine Kanonisierung dieser Werte und deren umfassende Implementation in den Verfassungen der westlichen Staaten.

Die Allgemeinen Menschenrechte von 1948 sind als Reaktion auf das Morden und die Schrecken des zweiten Weltkriegs entstanden und sie bilden nach wie vor die einzige humane Grundlage für das Zusammenleben von Menschen und Nationen.

Es ist zwingend notwendig die Entstehung und den Inhalt der Allgemeinen Menschenrechte 1948 in den Schulen als wesentlicher Bildungsinhalt zu implementieren.

Letztlich muss dies zu einem neuen und positiven Staatsverständnis führen und soziale-marktwirtschaftliche politische Kräfte stützen.

Allerdings sollten wir uns dafür hüten, anstelle einer übergreifenden Werteordnung, regionalistisch oder religiös beeinflusste Leitkulturen zu stellen.

 

Säkularisierung

Eine vollständige Säkularisierung der Verfassungen der westlichen Staaten ist eine zwingende Voraussetzung, denn es gelingt nicht Gott mit Gott, Gott mit Allah oder JHWH zu bekämpfen, sondern wir müssen uns auf die Auseinandersetzung menschlicher Erkenntnis mit der Irrationalität beschränken. Die Allgemeinen Menschenrechte sind von Menschen gemacht und nicht von Gott. Sie basieren auf Wissenschaft und Humanität und den jahrhundertealten, schmerzhaften historischen Erfahrungen der Menschheit.

Religion soll in unseren Gesellschaften ein wertvolles geschütztes Privatgut bleiben oder werden, das jedoch in der öffentlichen Rechtsordnung nichts verloren hat.

Religionen sollen sich in jedem Fall selber finanzieren und die Einflussnahme und Finanzierung durch ausländische Mächte und Organisationen muss konsequent unterbunden werden.

 

Integration und Verhinderung von Parallelgesellschaften

Menschen, die in westliche Gesellschaft kommen, müssen ein Recht darauf haben integriert zu werden, soweit sie unser Wertsystem akzeptieren. Die Staaten müssen sich darauf vorbereiten, durch ihre Staatshaushalte entsprechende Mittel zu generieren und zur Verfügung zu halten.

Parallelgesellschaften müssen um jeden Preis verhindert werden, damit sie sich nicht zu Metastasen eines unser Wertesystem und unsere Rechtsordnungen bedrohenden islamistischen Krebsgeschwürs entwickeln. Wir dürfen keine Ghettos schaffen, sondern Migranten müssen dezentral integriert werden. Konkret heisst dies, dass Migranten gleichmässig auf Agglomerationen verteilt werden müssen – eine herkulianische, politisch anspruchsvolle Aufgabe.

Aber nur das kann echte Willkommenskultur sein!

Und das schliesst Multikulturalität in folkloristischer oder religiöser Hinsicht in keiner Weise aus, wie sie heute schon in der Unterschiedlichkeit von Ländern, Regionen und Ethnien zum Ausdruck kommt.

 

Konsequente Bekämpfung jeglicher Gewaltandrohung

Jeglicher Aufruf zur Gewalt in unseren Gesellschaften muss sanktioniert werden.

Jegliche Organisationen die zur gewaltsamen Änderung oder Abschaffung von Verfassungen und Grundgesetzen aufrufen, soweit diese Rechtsordnungen und Rechstanwendungen im Einklang mit der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte stehen, müssen verboten werden.

Gewalt muss in unserer Gesellschaft endlich konsequent tabuisiert und geächtet werden und das Gewaltmonopol muss allein beim Staat liegen.

 

Versuch der Etablierung eines reformierten „europäischen“ Islams

Wir müssen alle Versuche moderater Muslime zur Etablierung eines europäischen Islams jedoch im Sinne der Säkularität, d. h. ohne finanzielle staatliche Unterstützung, fördern.

Voraussetzung dazu wäre das eine Organisation europäischer Muslime sich uneingeschränkt und ohne jegliche Relativierung zu den Menschenrechten 1948 bekennen und auf das Konzept von Scharia und Dschihad ausdrücklich verzichten würde

Ein Bekenntnis zur EMR 1948 würde und müsste den Verzicht auf Rassimus (Antisemitismus), die Akzeptanz der Gleichstellung der Geschlechter, den Verzicht aus die Diffamierung der Homosexualität und den Verzicht auf die Apostasie implizieren.

Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass sich Muslime zu einer solchen revolutionären Reform ihres Rechts- und Wertesystems durchringen können, weil damit unantastbare Grund-sätze des islamischen Religionsverständnisses betroffen wären.

Denn damit würde ein reformierter europäischer Islam die gesamte muslimische Welt gegen diesen aufbringen.

 

 

 

EPILOG

 

Der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Phillips Huntington (1927-2008) hat In seinem seinerzeit äusserst kontrovers diskutierten Buch The Clash of Civilizations (Kampf der Kulturen, 1996) mit der Auffassung aufgeräumt, die ökonomische Modernisierung führe gleichzeitig zum Durchbruch westlicher Werte. Für das 21. Jahrhundert hat er weitreichende Konflikte zwischen verschiedenen Kulturräumen, insbesondere der westlichen Zivilisation mit dem islamischen Kulturraum prognostiziert.

Genau dieser Aspekt seines umstrittenen Werks ist nun eingetreten. Dies, weil der Islam nicht bloss eine spirituelle Religion, sondern darüber hinaus eine handfeste über Jahrhunderte entwickelte und erprobte Ideologie und militärische Strategie bildet.

Zwei ideologische Systeme prallen mit universellem Anspruch aufeinander: das westliche, kaum ausreichend definierte, ausgestaltete und gelebte Wertesystem der Aufklärung und der allgemeinen Menschenrechte und das System des Islams, einer religiösen fundamentalistischen Ideologie und politisch-militärischen Strategie mit detaillierter Rechtsordnung die auf die Unterwerfung der Welt ausgerichtet ist. Der einzige westliche Staatsmann, der das verstanden zu haben vorgibt, ist der Staatspräsident des unmittelbar betroffenen Frankreichs, indem er von einem Kriegszustand spricht, indem sich Frankreich und Europa befindet. Allerdings hat er mit der Intensivierung der militärischen Interventionen in Vorderasien die falschen Konsequenzen daraus gezogen.

Heute herrscht eine Situation vergleichbar mit den letzten Jahren vor dem zweiten Weltkrieg. Und es sind die gleichen Werte wie damals betroffen, die geistige und körperliche Integrität und Selbstbestimmung des Menschen und zusätzlich zu damals die Gleichheit der Geschlechter und selbstbestimmter geschlechtlicher Ausrichtung. Und es sind ähnliche politische Kräfte wie 1938 die heute abwiegeln, die politische Situation nicht wahrhaben wollen und für ein Appeasement eintreten.

Der Kampf um unsere Freiheit wird uns, wie zu jener Zeit, Blut, Schweiss und Tränen kosten.

Wir sind gefordert. Schaffen wir das? Wir müssen es schaffen!

 

 

 

 

 

 

 

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One thought on “Eine utopische Strategie zur Überwindung der Islamistischen Ideologie

  1. Den Artikel halte ich, soweit ich das beurteilen kann, für sehr gut.
    Daher keine Kritik, nur zwei Anmerkungen:

    – Von einer „patriarchalen menschlichen Geschichte“ kann man erst seit der neolithischen Revolution sprechen. ( Übergang von Jägern und Sammlern zu Ackerbau und Viehzucht, vor dem 10. Jahrtausend v.u.Z.) Was davor war ist zumindest nicht sicher.

    – Wenn von der: „…heute weitgehend überwundenen kommunistischen Ideologie…“ oder vom „…Zusammenbruch des Kommunismus…“ die Rede ist so sind offensichtlich die Staaten gemeint, die sich selbst als „real existierenden Sozialismus“ auf dem Weg zum Kommunismus betrachteten.
    Diese Staaten bezogen sich zwar teilweise auf Marx, den sie aber als durch Lenin überholt betrachteten.
    Ich halte diese Anmerkung für wichtig, weil, im Gegensatz zur Leninschen Theorie, die Beschreibung der kapitalistischen Gesellschaft durch Marx bis heute ihre Gültigkeit hat.
    Sie sollte unbedingt aus der Vergessenheit geholt werden (was seit der Euro-Krise ja teilweise schon durch die bürgerliche Presse geschieht) um der islamistischen eine aufgeklärte Kritik an der westlichen Gesellschaft entgegensetzen zu können.

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