Kategorie: <span>HALTUNGEN</span>

Die nachstehenden phänomenologischen Überlegungen sind ein hypothetischer Anstoss, entsprechende wissenschaftliche Belege und Hinweis gibt es kaum. Émile Durkheim hat 1893 den Begriff des Kollektivbewusstseins als „Gesamtheit der Anschauungen und Gefühle, die der Durchschnitt der Mitglieder derselben Gesellschaft hegt“ definiert. Der Begriff hat nichts mit dem in der Esoterik verwendeten Begriff des kollektiven Bewusstseins zu tun. Das Kollektivbewusstsein lässt sich hinsichtlich emergent irrationaler Eigenschaften der Gefühle im Sinne der „participation mystique“ (Lucien Lévy-Bruhl) zum Begriff Kollektivweltbild erweitern. Damit meine ich hauptsächlich die Verinnerlichung und Internalisierung gesellschaftlicher Anschauungen durch deren Individuen, bis hin zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Kennzeichnend für das Kollektivweltbild ist das emotional-bestimmte Unvermögen in Anschauungen eingebettete Irrationalitäten erkennen zu können. Ein klassisches Beispiel dafür ist der mittelalterliche Hexenglauben. Es ist anzunehmen, dass Hexen in diesem Sinne in mittelalterlichen Gesellschaften (subjektiv für deren Menschen) Realität waren, oder wie das Thomas-Theorem (Dorothy Swaine und William Isaac Thomas) stipuliert: „Wenn…

Soziologie