Kategorie: <span>Soziologie</span>

Es ist heute üblich jegliche gesellschaftlichen Stereotypen als Vorurteile zu diffamieren und als gefährlich, reaktionär und hinterwäldnerisch zu verdammen. Nur das Individuelle, das Einzelne zählt, ist von Wichtigkeit, darf beurteilt werden. Das ist falsch, ideologisch und schiesst über das Ziel. Vergessen wird, dass Stereotypen eine genetische, angeborene Grundvoraussetzung menschlichen Denkens und Verhaltens sind. Wir alle denken, alle – ausnahmslos alle -, in Stereotypen und das ist für unsere Leben ausserordentlich wichtig, überlebenswichtig. Wir berühren keine Wespen, weil deren Körper ein charakteristisches Bildmuster aufweist, das wir kennen und mit schmerzhaften Stichen verbinden. Aber ebenso wenig berühren wir eine ungefährliche Wespenschwebfliege – weil wir sie für eine Wespe halten. Erst wenn wir sie genau betrachtet, wenn wir sie „erforscht“ haben, können wir entscheiden wir, ob sie für uns gefährlich ist oder nicht. Stereotypen dienen dazu einen ersten Überblick, Ordnung zu schaffen, uns auf unbekannte Situationen einzustellen. Kategorisieren und Unterteilen ist ein wesentliches Element der Kognition und deren…

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