Der Schweizer Staatsschutz hat zu Überwachungszwecken zwischen 1900 und 1989 Fichen von rund 900‘000 inländischen Personen und Unternehmen angelegt. Die Entdeckung dieser Überwachung führte damals zu einem der grössten politischen Skandale die das Land je erlebt hat und in der Folge im Jahr 1992 zum Erlass des Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG). Aus heutiger Sicht, nach den globalen Überwachungsskandalen der letzten Jahre, nach den Machenschaften von NSA und den europäischen Nachrichtediensten, mutet dieser Skandal und dessen Ursache völlig lächerlich und blauäugig an. Gerade eben ist von der Bundesversammlung eine Änderung des Bundesgesetzes betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) beschlossen worden, dass nicht nur grosszügige Datenspeicherung sondern sogar die Einschleusung von Programmen und Staatstrojanern auf Computern erlaubt. „Sicherheit“ über alles – so weit so gut. Tatsache ist: Mein ganzes Leben wird damit heute lückenlos aufgezeichnet und gespeichert und kann bei Bedarf und Verdacht von der entsprechenden Behörde abgerufen werden: Einschränken könnte…
